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www.andylutter.de

Andy Lutter

leidenschaftlicher Aktivposten in der Freizeitliga, beherzter Funktionär für die Jazzprophetie in der Residenzstadt, begeisterter Tonsetzer und Pianist seit der ersten Stunde. Bühnenpräsenz mit Andy-Lutter Trio, Drum-for-your-life, F!üge!sch!ag, Rose Island Jazz Ensemble.

 


Liebe Läser!

Was iste losse mit die Jazze – spiele schlecht wie Flasche leer – so nix könne gewinne – außer in die Museum – bei die tote Andere auch!

Ist tatsächlich die Musik schuld? Immerhin gibt es ja schon mehr CDs als Zuhörer!

Kult:

Eingefleischte, eingeschworene, freiheitsliebende Gleichgesinnte pflegen ihre Fetische in Ton und Bild und kriegen ein Unterscheidungsmerkmal gegen die Gleichschaltung ihrer Getriebe. ("Distanz zu anderen ist wie die Nähe zu sich selbst" sagte der Mittelstürmer dazu)

Krise:

Eingeschlafene, eingeführte, gelddruckende Vampirsgesichter in Verkleidung von Großla-belaktienclubs und Marktmanipulierern warten auf den jüngsten Tag, vor dem sie noch am Index derer drehen wollen, denen sie Alles zu verdanken hätten und denen sie jetzt den Mittelfinger zeigen; denn jetzt wird fusioniert, gesundgeschrumpft und gebunkert.

Geschmack der Fliegen:

Als Ellingtons Schallplattenverkäufe zurückgingen und man ihn fragte, was er dagegen zu tun gedenke, war seine Antwort: "Ich mache die Musik und ihr verkauft sie!"

Fahrenheit 9/11, News für das Tal der Ahnungslosen - wer sagte da, keiner soll’s wissen, keiner will’s wissen? Entscheider mit ihrem ganz speziellen Geschmack.

Schlingensief, die Tarantel der Medienskandale ließ den Gralshügel kurz erbeben, während er selbst doch beim Singen schlief. ("gut ist’s erst, wenn’s zu Ende ist")

Dabei hat es noch gar nicht angefangen, das Gesellschaftssprengende in der Musik - ein Unterwasserfeuerwerk, ein neuer Jeansschnitt, eine Haltung, eine Hipheit, eure Coolheit, eure Von und Zus und meine Durchlauft. Und wie sollte es auch, das Terrain ist vermint genug, wozu sprengen, lieber springen, aber dann kuckt ja wieder keiner oder höchstens das Schwein selbst, von dem wir uns doch anfangs entleiben wollten aufgrund Gesinnung.

Five minutes of silence – zero tolerance for silence – art of noise – in a silent way – who stepped out of a dream – music was my first love

Das Boot:

Eigentlich ein Floß und unterwegs im Raume München, alle sitzen drauf, die Stromschnellen langsam bis schnell durchschifft, gemeinsam gut gelaunt, bisweilen kurz vor dem Zerplatzen. Jedenfalls zusammen und genügend abgelenkt vom Trübsinn der kommenden 46 Stunden-Woche. Wie soll auch der Jazzer noch um sechs Uhr aufstehen, wenn um halb sieben die Geschäfte nicht mehr schließen? (ein Witz!)

E la nave va - damit sind wir gemeint, die Reise geht halt doch weiter, jedes Jahr ist wieder Regatta der Töne, und alle im selben Boot oder aus demselben Horn, aber bitte stoßen, nicht anstoßen - wegen der Nachbarn ...

P.oS.tille:

Das JAZZFEST MÜNCHEN jährt sich zum fünfzehnten Male (so wie unsere große Re-publik, Sie erinnern sich). Wir machen einfach weiter mit dem, was wir tun und mit dem, was wir haben, auch wenn Letzteres gekürzt, gekürzt, gekürzt wurde auf der nach unten nicht offenen Staffelei der Förderungswürdigkeit.

Dennoch gibt es schöne Neuigkeiten und Synergien: Eine Münchner Plattenfirma (ObliqSound) stellt beim Jazzfest erstmalig ihre internationalen Künstler vor und lässt sich den Spaß auch noch was kosten!

Das Richard Strauss-Konservatorium, als inzwischen anerkannte Jazzschmiede, schickt seine besten Talente. Unter dem Motto: jung&frisch bereichern sie unser Programm mit diversen Farbtupfern.

Und unser langjähriges Vereinsgewissen Jörn Pfennig nimmt einen persönlichen Festtag zum Anlass für einen höchstselbst gestalteten Ausklang unserer vier Jazztage, da wird die Bühne mächtig voll ...

Das alles erlebt ihr, wenn ihr das 15. Jazzfest München dort besucht, wo es seit drei Jahren sein wunderbares Zuhause hat: im THEATERZELT DAS SCHLOSS.

Andy Lutter

Jazzmusiker Initiative München J.I.M.