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Silvie Rider

(Musik-, Sport- und Philosophiestudium an der Swiss Jazz-School und der Uni Bern mit Diplomabschluß) ist in München als Sängerin und Komponistin unterschiedlichster Bandprojekte bekannt.

 

“Es war ein großes Geschenk in meinem Leben, dass ich mit sechs Jahren die Welt des Klanges entdecken durfte.”

 


von Karin S.Piechotta

 

Ihr beruflicher Weg entschied sich unbewusst, als sie im Vorschulalter im Pfarrhaus des schweizerischen Städtchens Murten auf dem Klavier spielerisch erste Tonfolgen ausprobieren durfte; schließlich war der Herr Pfarrer ihr Onkel. "Es ist wirklich so. Ich probiere einzelne Tonfolgen und Klänge aus und erarbeite mir so noch heute neue Songs und Gesangslinien."

 

Ihr Können gibt sie auch weiter. An der Städtischen Musikschule Unterhaching erteilt sie Gesangsunterrricht und sagt: "Für das Wachsen der Stimme ergibt sich die Notwendigkeit einer Entfaltung (im Sinne von Befreiung) des Menschen und zwar körperlich, geistig, emotional und seelisch. Diese Art der Entfaltung wünscht sie sich auch von ihren Musikerkollegen: "Als Jazzmusiker ist es wichtig, wach und an der Außen- und Innenwelt interessiert zu sein. Dazu gehört es auch, an Lesungen, Vernissagen und fachfremden Gesprächen teilzunehmen. Ich steh auf Fusion, neue Klänge, Ideen, Sounds. All das kann man mit altbekannten, guten Dingen verknüpfen. Die Musikszene in München ist eine intelligente, interessante Szene. Entscheidend ist, dass man miteinander im Gespräch bleibt. Daher ist es besonders wichtig, dass es einen Verein wie JIM gibt. Obwohl der Erfahrungsaustausch auch hier noch verstärkt werden könnte."

 

Die gebürtige Schweizerin, die seit 1991 ganz in München lebt, schätzt die charmante Lockerheit bei ihren Kollegen. "Das erste Hallo könnte aber manchmal durchaus leichtfüßiger rüberkommen. Wichtig wäre, die Chancen, die sich für uns ergeben, zu nutzen”.

 

Mit welchen Formationen ist Silvie Rider zur Zeit kreativ?

"Da ist zunächst mein art duo academic mit Matthias Preißinger, der mich zur Zeit am Piano begleitet. Unser Repertoire reicht von Jazz über Pop bis zum Chanson (Promotion-CD "Enjoy your life). Dann gibt es "Silvie Blue und Prinze Lu" Elektronisch-akustische Musik, wo Prinz den Sound macht und ich mache den Text und singe. Diese Lounge-Musik, drum and bass, macht mich an. Man kann wunderbar Jazz-Elemente nutzen und auch klassische Klänge. Die aktuelle CD heißt "a wonderful day". Mir ist es ein großes Anliegen, unsere Zeit, diese neue Epoche, musikalisch auszudrücken; deshalb bin ich wirklich fasziniert von den neuen Computer-Sounds mit Jazz-Phrasierungen. Besonders mag ich Musik aus völlig unterschiedlichen Kulturen. So zum Beispiel indische Klänge mit Jazz-Sequenzen gemischt und kolumbianische Rhythmen. Ich mag Fusion: Miles Davis, Marcus Miller, Jimi Hendrix und andere Künstler”.

 

Dann gibt es noch die Rockmusikerin in ihr, die bei “Starfighter Art Rock” gemeinsam mit Valentin Farkas ihre Songs komponiert und im August eine neue CD aufgenommen hat. Schlagzeug, Baß und Gitarre begleiten hier ihren Gesang. "Ja, mit “Starfighter Art Rock” kann ich wieder eine andere Seite von mir ausleben. Musik überhaupt ist mein "way of life". Aber Rockmusik ist wesentlich energetischer als alles andere. Ich würde sagen, Jazz ist der Geist und Rock der Körper. Nach einem Gig mit Starfighter bin ich körperlich wesentlich mehr ausgepowert als nach einem anderen Konzert. Es wäre schön, wenn die Kraft und die Energie der Rockmusik und ihr Mut zum ekstatischen Musizieren öfter in der Jazz-Szene zu hören wäre. Ich nenne nur Marcus Miller, der ein tolles Beispiel für ein solches Gelingen ist. Ein wenig Rebellion ist wichtig!" (www.silvie-rider.de.vu)