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Jörn Pfennig

Stellt der Schrift nach. Nicht immer heilig. Musiziert. Nicht immer konform mit dem Zeitgeist. Kümmert sich ums Zentralorgan – nein: nicht seins, sondern das von JIM. Hat öfters mal die Schnauze voll. Und leert sie. Lebt folglich gesund.

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Eine kleine, aber wahre Begebenheit


So viel GEMA war nie!

1. Vorher:

Ende Juni war ich in Berlin. GEMA-Mitgliederversammlung. Hotel Maritim. Das war schön.

 

Erst war die Versammlung der angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder. Da gibt’s immer ganz viel Ärger. Bewirkt aber nix. Die Hauptversammlung der ordentlichen Mitglieder, das wär’s. Da kommt man aber als außerordentliches Mitglied nicht hin. Es sei denn ... Also hab ich mich zum Delegierten wählen lassen, und schon war ich drin. Das war spannend.

 

Im Foyer vom Maritim hat es ausgesehen wie in der Abflughalle nach Mallorca. Viele bunte Senioren. Drinnen war’s auch ganz fröhlich. Der Vorstandsprecher, ein Professor, hat in seiner Einführungsrede erst von Goethes „Dichtung und Wahrheit“ gesprochen und sich dann auch daran gehalten. Das war erbaulich.

 

Der Chef vom Aufsichtsrat, auch ein Professor, hat sich beim Tagesordnungspunkt „Bericht über die Versammlung der angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder“ versprochen und gesagt „ausgeschlossene Mitglieder“. Das war lustig.

 

Neben mir saßen noch mal drei Professoren, die haben ständig geschwätzt. Da hab ich gesagt: „Meine Herren, ich darf doch bitten ...!“ Die warn vielleicht sauer. Das hat Spaß gemacht.

 

Ich hab dann was gesagt – als Delegierter darf man da nämlich was sagen – und hab gesagt, dass mir das mit den 3.000 ordentlichen und den 57.000 „ausgeschlossenen“ Mitgliedern gar nicht gefällt und hab noch ein paar Sachen dazu gesagt. Das fanden die überhaupt nicht lustig. Aber das Essen und Trinken im Maritim war richtig gut und kostenlos. Das hat mir gefallen.

 

2. Vorher:

19. Juli. Anruf von Dr. Geyer, „Leiter Kommunikation“, GEMA, München. Er fragt, ob man sich demnächst einmal treffen könne zu einem Gespräch. Er rufe im Auftrag des neuen Vorstandsvorsitzenden Dr. Heker an. Stichworte in etwa: Klärung, versöhnliche Töne, Konfliktlösung ...

(Hintergrund : Sowohl im Informationsblatt des „Volksmusikarchivs Oberbayern“ als auch im (Rock & Pop-) „Musiker Magazin“ war ein Artikel erschienen, in dem ich u.a. 8 kritische Thesen zur Dreiteilung der GEMA-Mitglieder formuliert habe).

 

2. August. Treffen mit Dr. Geyer in München. Ergebnis/Vereinbarung:

a) In den nächsten „GEMA-Nachrichten“ werden – mit einer von mir selbst vorgenommenen Kürzung des Begleittextes – meine 8 Thesen zur „Drei-Klassen-Gesellschaft der GEMA“ veröffentlicht und zwar zusammen mit einer Stellungnahme/Gegendarstellung seitens der GEMA.

b) Ich werde mich dafür einsetzen, dass diese Stellungnahme/

Gegendarstellung sowohl im „Musiker Magazin“ als auch im Informationsblatt des VMA Oberbayern erscheint.

c) Wegen des späteren Erscheinungstermins der „GEMA-Nachrichten“ sehe ich – aus Gründen der Fairness – von einer Veröffentlichung meiner Thesen im diesjährigen JIMpaper ab.

d) In dem in den „GEMA-Nachrichten“ vorgesehenen „Diskussionsforum“ wird in der übernächsten Ausgabe die Möglichkeit bestehen, auf besagte Stellungnahme/Gegendarstellung zu re-reagieren.

e) Ralf Dombrowski erhält von Dr. Geyer den Auftrag, für die „GEMA-Nachrichten“ einen Bericht über das JAZZFEST MÜNCHEN zu schreiben.

 

... und jetzt kommt’s:

Es war der 18. August. Ich hatte mich seit Tagen per Email mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der GEMA herumgeschlagen. Na ja, was heißt geschlagen? Der Ton war durchaus freundlich, die Sache aber hart oder so. Anstrengend auf jeden Fall. Entspannung musste her. Da traf es sich gut, dass ich eine kleine Reise machen durfte. Ich war eingeladen zum Sommerfest eines befreundeten Musikers, ahnte zwar, dass es auch dort wieder um das GEMA-Thema gehen würde, aber unter Gleichgesinnten ist das ja eher eine Erholung.

 

Ich fahre also auf der A 8 in Richtung München. Um wenigstens für kurze Zeit mal so richtig wegzutauchen vom Thema GEMA, höre ich Bayern 2. Plötzlich gibt es im „Zündfunk“ einen Beitrag zum GEMA-Thema „Undurchsichtige Gebühren-Eintreibung“ in Clubs. Und dann kommt doch tatsächlich ein telefonisches Statement vom GEMA-Geyer (s. o.), und während der spricht – wirklich wahr! – überholt mich ein BMW mit dem österreichischen Kennzeichen KU - GEMA 1 – der Wahnsinn!!

 

Wollte mir da ein GErhard MAier aus Kufstein eine perverse kleine Freude machen? Keine Ahnung. Ich hätte ihn nur rasend gerne „geblitzt“, damit ihr mir auch alle glaubt ...

 

Die vorausgegangenen Artikel von Jörn Pfennig zum Thema GEMA sind nachzulesen unter: www.jazzfestmuenchen.de JIMpaper/Ausgabe 2003/2004/2005/Pfennig