J.I.M.
Jazzfest 2019
Pressebilder
Rückblick
JIMpaper
Kontakt
Impressum
Datenschutz
Christian Elsässer TrioThilo Kreitmeier GroupAlberto Marsico Organlogisticsspecial guest: J.C. Doo-Kingue`Claus Koch & the BoperatorsMcSIngersAlex Czinke & BandMelanie Bong Gipsy DreamEarforce BigbandFlorian Brandl QuartettWestendICI EnsembleHelmut Lörscher TrioMichael LeontchikTitus Waldenfels & 3 KontrabassistenHidden TrackWolfgang Muthspiel Solo
ICI Ensemble Info

 

Hervorgegangen ist das ICI Ensemble, deren Kürzel für “International Composers & Improvisers Ensemble Munich³ steht, nach einem Pilotprojekt mit Vinko Globokar. Weit über die Grenzen der Stadt hinaus hallte der Ruf der Band dann, als sie sich regelmäßig internationale Größen der Improviatoren-/ Komponisten-Szene als “Artists in Residence³ ins Boot holte: Barry Guy, Giancarlo Schiaffini oder George Lewis erarbeiteten mit dem Ensemble Werke, die eigens für diesen Zweck geschaffen wurden (mit Lewis gastierte man sogar in Ulrichsberg und Glasgow).

Immer wieder war das ständig um musikalischen Austausch bemühte und interdisziplinär denkende ICI Ensemble auch mit eigenen Werken beschäftigt. Die stehen nun im Mittelpunkt des Konzertes auf dem Jazzfest.

Besetzt ist das ICI Ensemble eigentlich wie eine klassische, wenn personell auch leicht reduzierte, im Instrumentarium etwas modifizierte Big Band. Den massigen Klangkörper formt die Gruppe nach ganz eigenen Vorstellungen. Und die gehen weit über die Konvention, über gängige Klangvorbilder hinaus, auch wenn etwa Orchester-Traditionen nicht negiert, sondern in Kontrast zu zeitgenössischen Strömungen und zukunftsorientierten Experimenten gestellt werden.

Die große Stärke dieses Ensembles ist, dass der musikalische Focus aus ganz unterschiedlichen Perspektiven angepeilt wird. Einige der handwerklich über jeden Zweifel erhabenen und ständig den eigenen Horizont erweiternden Musiker des Ensembles sind im Jazz genauso zuhause wie in der Neuen Musik und der Klassik, andere haben im Studio bei kommerziellen Produktionen ihre Brötchen verdient oder im Theater für das musikalische Umfeld gesorgt. Allen ist gemein, dass sie ausgezeichnete Notisten sind, sich aber jederzeit von Vorgaben zu lösen verstehen.

 

Das ICI Ensemble setzt die Tradition der großen improvisierenden Orchester, wie

z.B. desLondon Jazz Composers´ Orchestra oder des NOW Orchestra, Vancouver, in eigener Prägung fort.

George Lewis in der Neuen Musikzeitung:

"Diese Musiker hier spielen großartig, haben keine Berührungsängste, keine Schwierigkeit mit komplexester Notation und sind hervorragende Improvisatoren."

 

Verschiedene Bandmitglieder haben sich als Komponisten auch außerhalb des ICI Ensembles einen Namen gemacht: Roger Jannotta schrieb jahrelang Theatermusiken für Dieter Dorn an den Münchner Kammerspielen, Martin Wolfrum erhielt einen Kompositionsaufrag des Landestheaters Innsbruck für die Kammeroper ³Im Sturm", Gunnar Geisse erhielt als Komponist das Stipendium des Schloß Solitude, Baden - Württemberg, und Franz-David Baumann studierte Komposition bei Wilhelm Killmeyer. Im Herbst 2004 produzierte der BR eine ICI-CD mit Ensemble-Kompositionen von Gunnar Geisse, Christofer Varner, Roger Jannotta und Franz-David

 

Das ICI wurde 2006 von der Jury des Förderfonds "Konzert des deutschen Musikrates", der überwiegend aus Bundesmitteln gespeist wird, für die Förderung Ihres Projektes "Internationale Begegnungen 2006" ausgewählt. Die Auswahl traf eine Jury unter dem Vorsitz von Prof. Wolfgang Rihm, die mit bundesweit renommierten Fachleuten der Zeitgenössischen Musik besetzt ist.

 

PRESSESTIMMEN:

Erste Liga

 

Das ICI Ensemble räumt mit Missverständnissen auf

Auszüge aus der SZ vom 31.1.06

 

Es gibt ein paar Missverständnisse, die mitverantwortlich dafür sind, dass frei improvisierende Orchester einen schweren Stand haben. Das fängt mit dem Vorurteil an, dass Musik an der Schnittstelle von Jazz, Neuer Musik und Elektronik automatisch "anstrengend" sei, also unmelodisch, chromatisch, dissonant et cetera. Das zieht sich über die irrige Idee, hier würde durchwegs ohne Partitur und ad hoc herumexperimentiert............

 

Mit derartigen Trugschlüssen räumte das International Composer and Improviser Ensemble Munich, kurz ICI Ensemble, bei seinem Auftritt im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks auf. Es wurde klar, dass ein solches Ensemble zunächst ein hohler Körper ist, der kunstvoll gefüllt werden muss. Und dass es dazu eher mehr Struktur - wenn nicht Komposition, dann mindestens Arrangement - bedarf als bei einer konventionellen Bigband. Hatte das ICI Ensemble früher vor allem in der Zusammenarbeit mit internationalen Größen wie Barry Guy oder George Lewis bewiesen, dass es in der ersten Liga mitspielt, standen diesmal Komponisten aus den eigenen Reihen im Vordergrund.

 

Vom Holzbläser und Flötisten Roger Janottas etwa, dessen "Take 47 Bar Blues" schon zum Einstieg bewies, dass sich Tradition und Experiment exzellent und überdies "wohlklingend" miteinander vereinbaren lassen. Gleiches gilt für Franz-David Baumanns "Voodoo Junction", das trotz Anlehnung an zeitgenössische E-Musik mit seiner dramatischen Rhythmik und Harmonik Duke Ellingtons Spätwerk nahe kam. Etwas mehr Aufmerksamkeit erforderte nach der Pause Christopher Varners 60-minütige Suite "Deliver Us Lynx". So unterschiedlich die aufgeführten Stücke waren: Alle nutzten die gesamten Möglichkeiten des vom Deutschen Musikrat geförderten ICI Ensembles, machten die Band zum Instrument......OLIVER HOCHKEPPEL

 

Dazu Auszüge aus der SZ vom 4.2.05

"Improvisierte Begegnungen"

 

Klammheimlich hat sich eine Szene für improvisierte Musik in München etabliert, die mittlerweile ein respektables Ansehen genießt. Vergleiche mit den traditionellen Zentren der Improvisation wie Amsterdam oder London liegen nahe. Die Aktivposten dieser Szene haben sich bereits vor etlichen Jahren zu einem Verein, dem so genannten ICI Forum München zusammengefunden, um die Problemen des gegenwärtigen Musiklebens, beispielsweise die Finanzierung nichtkommerzieller Projekte, besser stemmen zu können. Seit geraumer Zeit hat sich die Cellistin Johanna Varner in diesem Umfeld einen Namen gemacht. Nicht nur als hervorragende Musikerin, sondern ebenso mit unermüdlichem Organisationstalent und Begeisterung als Veranstalterin in eigener Sache.

 

Als Initationserlebnis galt ihr die Begegnung mit dem Instant Composers Pool (ICP) in Amsterdam im Rahmen eines Stipendiums des Kulturreferats vor zwei Jahren. Die Konzert-Aktivitäten des Amsterdamer Kollektivs faszinierten Varner derart, dass sie entschlossen war, auch als Veranstalterin tätig zu werden. Immer auf der Suche nach neuen Räumen, etwa für die Konzertreihe "Internationale Begegnungen", entstand das Konzept der Konzertvernissage. "Die Idee war eigentlich, raus aus den Kulturtempeln und rein in die Stadtviertel zu gehen", so Varner. Es ging darum, den Graben zwischen Publikum und Künstlern zu beseitigen. "Wie bei einer Vernissage sollen die Leute mit den Musikern vor oder nach dem Konzert bei einem Glas Wein ins Gespräch kommen können." Das funktioniert ausgezeichnet. So zum Beispiel Ende November vergangenen Jahres in der Galerie Wittenbrink. Da begeisterte der niederländische Jazz-Schlagzeuger Han Bennink mit einem einheimischen Quintett ein überraschend gemischtes Publikum, darunter ganze Familien aus der Nachbarschaft. Um derlei spannende Begegnungen herbeizuführen, bedarf es der Unterstützung. So hat sich nun die Jury des Deutschen Musikrats begeistern lassen, und fördert (mit dem Kulturreferat) immerhin die nächsten vier Konzerte der Reihe.

 

Die nächste Gelegenheit, ein solches Konzert zu erleben, bietet sich am Samstag, in der Himmelfahrtskirche (Kidlerstraße 15, 20 Uhr). Gemäß der großzügigen Akustik des Raumes verbinden sich unter dem Motto "Echoes of Motion" zwei eingespielte Duos zu einem Quartett. Zum einen das Duo von Johanna Varner (Cello) mit ihrem Mann Christofer Varner (Posaune, Muscheln, Didgeridoo), und als Gäste aus London das Duo von Barry Guy (Bass) und Maya Homburger (Barockvioline). Beide Duos.......... Daneben gönnen sich die vier Musiker allerdings ausschweifend Raum und Zeit für freie Improvisation, und freilich ein Glas Wein bei entspanntem Rumstehen mit dem Publikum, wie es sich für eine Vernissage gehört. TOBIAS SÖLDNER

 

 

Auszüge aus einem Artikel der Jazzzeitung 03/2006:

 

Lautwechsel

 

Guy und Janotta im Gasteig

 

Barry Guy ist ein Komponist und Kontrabassist, der scheinbar Unvereinbares mühelos miteinander verknüpft. Wenn er sich zeitgenössischer Musik und modernem Jazz annimmt und zur Big Band Barockinstrumente hinzufügt, dann treten diese .....in eine aufregende Beziehung zueinander.

 

“Stringers ­ four pieces for orchestra³ nennt Guy sein jüngstes Werk, das sich durch die für ihn so charakteristischen, rhythmisch-erregten Klang-Metamorphosen auszeichnet. Die Uraufführung mit dem ICI Ensemble fand Mitte Dezember 2005 im Rahmen der Gasteig-Jubiläumsreihe Lautwechsel im Carl-Orff-Saal statt. Fesselnd vom ersten Ton an führte Guy, der mal mit Kontrabass in der Hand, mal ohne dirigierte, ein Doppelensemble durch virtuose Passagen voller überraschender Wendungen. Mit zehn Bläsern plus Rhythmusgruppe, der Geigerin Maya Homburger sowie der Cellistin Johanna Varner gestaltete Barry Guy seine einmalige Klangrede, eine funktionierende Symbiose aus Jazz-Sound und klassischer Musik. Guys Zusammenarbeit mit dem ICI Ensemble Munich reicht einige Jahre zurück. Bereits 1999 war “Composer in Residence³ beim ICI, 2001 schrieb er die Werke “Gaia³ und “Switch³ für dieses Ensemble.

 

Der zweite Komponist ......... Roger Janotta. Seit 1978 wohnt der in Chicago gebürtige Musiker in München und war unter anderem für Dieter Dorn an den Münchner Kammerspielen tätig, arrangierte für “Blechschaden³ und die Big Band des Hessischen Rundfunks. Seit 1999 ist Janotta Arrangeur des Studiengangs Musical der Bayerischen Theater Akademie ­ wie Guy ist auch er ein Grenzgänger zwischen den Musikwelten. Roger Janotta schrieb für dieselbe Besetzung wie Barry Guy, doch mit einem vollkommen anderen Resultat. “Six pieces for a friend³ ist ein Stück, in dem er vorführt, was man mit einem modern ausgerichteten Jazzorchester wie dem ICI Ensemble Munich, wo jeder Satzspieler auch sehr individueller Solist ist, anstellen kann. Selbstredend nur, wenn man so perfekt arrangieren kann wie Roger Janotta. Die drei Streicher benutzte Janotta allerdings nur als schmückendes Beiwerk. Einzig Guys virtuosem Bassspiel gelang es, aus Janottas machtvolle Big Band Sound herauszustrahlen.

 

Andreas Kolb

 

Roger Janotta

David Jäger

Stefan Schreiber

Markus Heinze

Rich Laughlin

Franz-David Baumann

Oliver Kollmannsberger

Christofer Varner

Matthias Götz

Leo Gmelch

Martin Wolfrum

Gunnar Geisse

Georg Karger

Johanna Varner

Sunk Pöschl