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www.michaelhornstein.de

Michael Hornstein

Michael Hornstein ist Komponist, Saxophonist und Autor. veröffentlichte CD’s unter eigenem Namen , zahlreiche Tourneen u.a. in Zusammenarbeit mit Goethe Institut. seit 1995 Texter,

Drehbuchautor und Stoffentwickler

 


Too Sexy, mothafucka!!!

It don’t mean a thing, if it it aint got that swing! Duke Elington‘s Cotton Club gibt es schon lange nicht mehr, aber bis jetzt hat der Jazz noch immer seine hippen, coolen Spots gefunden. Jazz ist nicht nur eine Musik und Weltsprache. Er ist vor allem eine Art zu leben. Dieses Leben spielt im Club. Drinks, coole Atmo, Sex… It might be a dark beauty!

 

Art Blakey, Dollar Brand spielen nassgeschwitzt um ihr Leben. Sie machen in den 70ger Jahren den Club Domicile in der Leopoldstraße zu einem der weltweit wichtigsten Treffpunkte der Jazzszene. Es entstehen die heute noch etablierten Label ECM (Keith Jarret, Jan Gabarek) und enja (Eric Dolphy) aus München. Das Tabarin in der Thierschstraße ist ein beliebter Spot der GI und Souljazzszene. George Green und Eddy Taylor sind die echten mothafuckas. Sexmachine! All night long.

 

Gelegentliche Schießereien tun der kochenden Stimmung keine Abbruch. München, Beirut, Bogotá! So What! Jazz is a bitch. Im Puff geboren. Jerry Roll Morton war dabei. Twilight Zone. In den 80er Jahren kann man in der Unterfahrt Avantgarde, im Allotria Mainstream und sogar in Wolfi Kornemanns Nachtcafe Jazz leben. Schicki-Micki meets Freejazz! Sophisticated Ladys. I love you!

 

Now’s the time: Der Jazz erobert die Konzertsäle der etablierten klassischen Szene. Miles Davis ultracool im Gasteig. Sun Ra spaced out in der Theaterfabrik. Aber erbarmungslos läutet „The Future Sound of Jazz“ in leiernden Loops die Grabesglocken für echte Live-Musik. No more blood, sweat and tears on stage.

In den 90er Jahren übernehmen DJ’s das Clubleben und Computer die Musik. Vielleicht sind Acidjazz und Drum’n’ Bass der Jazz von heute. Und Knöpfchendrehen kann auch sexy sein, aber leider nur, wenn man es nicht anders kennt. Eigentlich schade, wenn heute schon viele denken, dass der Jazz von der CD kommt, so wie der Strom aus der Steckdose! Out of nowhere. Im Bayerischen Hof gibt es rührige Versuche den „echten Jazz“ wiederzubeleben. Hier kann man für 50 Euro pro Nase amerikanische Jazzer im Ambiente eines Musikantenstadl erleben. Die Unterfahrt verkommt, von gelegentlichen Highlights abgesehen, zu einem Treffpunkt von fleißigen Musikstudenten. Die Jazzszene aber wandert, wie immer, zum wirklichen Leben. Ins Cafe Florian, den Club 2, das Cafe Schauburg, das Brückerl, Mister B.‘s oder auch das Kilombo.

 

1996 dann ein letzter Versuch. Thomas Vogler eröffnet seinen Club – einen echten Jazzclub, wie die gute alte Lenox Lounge in der 110th Street in Harlem. Es lebt, hat Sex und Geheimnisse. Fühlt sich verdammt gut an. Der Club in der Rumfordstraße wird schnell zum Treffpunkt der Münchner und internationalen Jazzszene. Hier tauchen all die Musiker auf, die zwar noch in München leben, aber schon längst nur noch auswärts spielen. Have you met Miss Jones? The days of wine and roses. Endlich wieder ein echter Club. You are a sexy mothafucka!!!