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Sprechender Schlagwerker, trommelnder Dichter, Radiomitarbeiter, Vatervorbild, Familienmanager. Ehemals Gärtner, Fasswichser für Münchens älteste Brauerei, Postbote, Dachdecker u.v.m. Lebt in LA/NDB, pendelt im EU-Bereich zwischen den Welten. Arbeitet für die „Negerländer“, „Bürger & the pretty boys“, „Nachgeburt“, „Seelenmargarinetaxi“ und natürlich mit der „HHBiswurm Dampfkapelle“. Rezensent für Jazzpodium, Jazzthetik, Neue Zeitschrift für Musik, Neue Musikzeitung u.a.m.
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E U , U M M A L D A M I T Z U B E G I N N E N , I S T G R I E C H I S C H
und ein Präfix und meint „gut“. Ein Euphemismus ist demnach eine Methode, das schier
Schiefgewickelte, eigentlich Schnöde schön zu reden.Und ein Eugen ist ein wohlgeratener Mensch. Auf weitere Beispiele sei hier aus Platzgründen verzichtet.
EU hat als chemisches Element mit der Ordnungszahl 63 die Eigenschaft, eines der reaktivsten Metalle der seltenen Erden zu sein. Es gehört zu den Lanthaniden und ist neben dem Americum das einzige nach einem Erdteil benannte Element.
EU ist eine Stadt mit 8332 Einwohnern, gelegen im französischen Département Seine-
Maritime in der Region Haute-Normandie am Ärmelkanal, also an der Nahtstelle von G, B und F – ein schöner Akkord, nicht wahr?
EU ist aber auch das Kennzeichen für den Bezirk Eisenstadt/Umgebung im österreichischen Burgenland. Hierzu zählen die Gemeinden Donnerskirchen,Klingenbach, Schützen am Gebirge, Wulkaprodersdorf, Steinbrunn, Stotzing, oder Zillingtal.
Das könnte schon, zumal für einen nativen Österreicher wie den Tiroler Vibraphonisten,
Komponisten und Tunichtgut Werner Pirchner, Anlass genug sein, musikantische Räsonnements der Anderart anzustellen. Sein ambitioniertes Projekt EU (erschienen bei ECM) hat allerdings ein ganz anderes EU im Fokus: die notwendige Konjunktion der im Musikbetrieb kriminell auseinander dividierten Versalien E und U, wobei das E schlicht für Ernst steht und das U für Unterhaltung. Als hätte Beides nichts miteinander zu tun.
Dabei ist Unterhaltung doch dann am besten, wenn sie bittersüßernstheiter erreicht, dass sich der Unterhaltene im Zustand des leichten Unernstes wähnen darf.
Neben Pirchner wären da im (doppelsinnigen) EU-Bereich beispielhaft auch noch Lol
Coxhill oder Louis Sclavis zu nennen. Beide agieren souverän zwischen E und U, und niemand käme auf die Idee, Sclavis einen Unterhaltungskünstler zu nennen, um damit den Ernst seines Tuns zu diffamieren. Umgekehrt wird niemand dem schon mal auch komödiantisch agierenden Coxhill seine musikalische Ernsthaftigkeit absprechen.
Aber es geht auch komplizierter. Am Werken und Wirken eines Helge Schneider entzünden sich ja bekanntlich die Gemüter. Von Infantilisierung der Jazzmusik ist da die Rede, von einer Verunglimpfung geheiligter Mantren gar.
Aber so ist das eben: so mancher mediokre Musikphilister arbeitet sich ab am Joch der Standards – Schneider verpasst ihnen einfach ein neues (EU-)Gewand.
Gewiss, der E+U-Disput ist nicht neu und trägt schon Bart.
Dennoch tut es not, sich zu vergegenwärtigen, dass das gute Gut, mit hochheiligem Ernst vorgetragen, stets zur besten Unterhaltung beiträgt.
Waddehaddeduddeda? Womöglich ein Katzeklo? Igittigitt, dadada, ich lieb dich nicht.
Does humor belong in music? fragte einst süffisant Francis Vincent Zappa.
Und er hatte recht.
Zuletzt:
Die DAMPFKAPELLE, zu erleben zum Kehraus des diesjährigen Jazzfestes, bietet ein weiteres EU in Form eines Euphoniums. Der „Wohlklang” dieses Instruments steht nur scheinbar im Widerspruch zum Namen des Orchesters – oder auch umgekehrt.
Lassen Sie sich überraschen.
Und zu allerletzt ein euphrosynisches (= frohsinniges) Gedicht:
Sommerzeit, deine Brille ist haltbar
Pommern ist weit, komm, jetzt zieh dir was an
Ich bin so breit und ich sitz in der Milchbar
Verpuff im Gefieder, Kommunalobligation
Heiserkeit, schön, dass du heuer mit mir in Urlaub fährst
Eu-er-Opa 
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